Heldenstory #5: Die leisen Kinder sichtbar machen – Andrea von der Traum-Schmiede
- Marvin Graf von Wilamowitz-Moellendorff
- Jan 9
- 2 min read
Updated: Jan 20
Nicht alle Kinder, die Hilfe brauchen, fallen auf. Manche sind nicht laut, nicht störend, nicht aggressiv. Sie sitzen still im Klassenraum, funktionieren – und gehen dabei unter. Genau diesen Kindern widmet Andrea ihre Arbeit.
Andrea ist Gründerin der Traum-Schmiede. Mit ihrem Team arbeitet sie direkt an Schulen mit Kindern und Jugendlichen. Ihr Ziel ist es, ihnen dabei zu helfen, ihre Stärken zu erkennen, herauszufinden, wofür sie wirklich brennen – und gleichzeitig ehrlich hinzuschauen, welche Herausforderungen sie bremsen.
Wenn Probleme unsichtbar bleiben
Viele Kinder tragen Belastungen mit sich herum, die im Schulalltag nicht sichtbar sind: familiäre Probleme, emotionale Überforderung, Unsicherheiten oder fehlende Unterstützung. Das Problem: Wenn Kinder nicht laut oder auffällig sind, werden diese Themen oft nicht erkannt – weder von Mitschülern noch von Lehrkräften.
Andrea beschreibt es klar: Viele Lehrkräfte wissen schlicht nicht, was im Hintergrund bei einzelnen Kindern los ist. Und genau deshalb gehen viele unter. Nicht, weil sie keine Unterstützung verdienen – sondern weil niemand merkt, dass sie sie brauchen.
Die Traum-Schmiede: Raum für Stärken und ehrliche Gespräche
Hier setzt die Traum-Schmiede an. In ihren Angeboten an Schulen schaffen Andrea und ihr Team einen Raum, in dem Kinder gesehen werden – auch die stillen.
Es geht nicht um Leistungsdruck oder Bewertungen, sondern um Fragen wie:
Was kann ich gut?
Was interessiert mich wirklich?
Warum komme ich gerade nicht dahin, wo ich gerne wäre?
Was belastet mich – vielleicht schon viel zu lange?
Diese Arbeit ist kein Ersatz für Schule, sondern eine notwendige Ergänzung. Denn nicht jedes Thema zeigt sich im Unterricht.
Warum Andrea das macht
Der Antrieb für die Traum-Schmiede ist persönlich. Andrea war selbst so ein „unsichtbares Kind“. Nach außen unauffällig – im Inneren mit Themen, die niemand erkannt hat. Rückblickend weiß sie: Es hätte einen Unterschied gemacht, wenn jemand früher hingeschaut hätte.
Genau das möchte sie heute verändern. Nicht erst eingreifen, wenn Kinder laut werden oder scheitern – sondern vorher. Damit sie von Anfang an bessere Chancen haben, glücklicher aufzuwachsen.
Ein klares Ziel
Die Vision der Traum-Schmiede ist ambitioniert und gleichzeitig pragmatisch: Alle Lehrkräfte in Deutschland sollen dafür sensibilisiert werden, dass hinter ruhigem Verhalten genauso viel Belastung stecken kann wie hinter auffälligem.
Wenn Lehrkräfte besser verstehen, was bei Kindern im Hintergrund passiert, können sie anders reagieren. Menschlicher. Passender. Wirksamer.
Und am Ende profitieren davon nicht nur die Kinder, sondern wir alle.
Warum diese Geschichte wichtig ist
Andrea ist keine klassische Heldin mit Blaulicht oder Einsatzuniform. Aber sie verändert Leben – leise, konsequent und dort, wo es am meisten zählt: am Anfang.
Sie sorgt dafür, dass Kinder gesehen werden, die sonst niemand bemerkt. Und genau deshalb gehört ihre Geschichte erzählt.
Wenn du selbst ein Projekt hast, das Menschen hilft, ohne laut zu sein – oder jemanden kennst, der unbedingt sichtbar werden sollte: Schreib uns. Wir erzählen diese Geschichten.



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