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Heldenstory #12: Social BallerZ – Wo Basketball zur Gemeinschaft wird

Writer: Marvin Graf von Wilamowitz-Moellendorff
Marvin Graf von Wilamowitz-Moellendorff
19 hours ago
4 min read

Ein Basketball, ein Korb und die Einladung mitzumachen. Manchmal braucht es nicht mehr, damit aus einem Kind, das zunächst am Rand steht, plötzlich ein Teil der Gemeinschaft wird.

Genau solche Momente treiben René und Björn von Social BallerZ an. In Gelsenkirchen schaffen sie niedrigschwellige Basketball- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche – in Quartieren, Schulen und Jugendeinrichtungen. Dabei geht es ihnen um weit mehr als Sport.

Mitmachen, ohne etwas können zu müssen


Wer bei Social BallerZ mitmachen möchte, muss weder Basketball spielen können noch besonders sportlich sein. Die Angebote sind offen und inklusiv. Kinder und Jugendliche sollen einfach vorbeikommen und dazugehören können.

Denn Basketball ist für René und Björn vor allem ein Türöffner.

Über den Sport entstehen Begegnungen. Kinder lernen einander kennen, erleben Teamgeist und erfahren, was es bedeutet, gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Dabei spielen auch Werte eine wichtige Rolle: Regeln einzuhalten, aufeinander Rücksicht zu nehmen und andere unabhängig von ihrer Herkunft als Teil der Gemeinschaft zu akzeptieren.

Social BallerZ beschreibt diesen Ansatz selbst als Entwicklung durch Bewegung – mental, sozial und körperlich.


„Ein Kind steht am Rand – und kurze Zeit später ist es Teil der Gemeinschaft.“


Was ihre Arbeit bewirken kann, zeigt sich für René und Björn häufig nicht in den großen, sondern in den kleinen Situationen.

Ein Kind steht am Rand und schaut den anderen beim Spielen zu. Jemand aus dem Team geht hin und lädt es ein. Wenig später spielt es mit.

Für die beiden ist genau das entscheidend: Kinder müssen die Chance bekommen, teilzunehmen. Sie müssen eingeladen und wahrgenommen werden. Denn Gemeinschaft entsteht nicht automatisch – manchmal braucht es jemanden, der den ersten Schritt macht.


Eine persönliche Geschichte hinter der Idee


Für René hat das Projekt auch einen sehr persönlichen Hintergrund. Er hat selbst erlebt, welche Kraft Sport in einer schwierigen Lebensphase entwickeln kann.

Basketball half ihm während einer mentalen und körperlichen Krise dabei, wieder herauszufinden. Diese Erfahrung möchte er heute weitergeben.

Gemeinsam mit Björn entstand daraus schließlich der Verein. Sie bauten Strukturen auf und entwickelten Social BallerZ zu einer Organisation, die Kinder und Jugendliche dort erreichen möchte, wo sie tatsächlich sind.


Basketball kommt zu den Kindern


Ein wichtiger Bestandteil davon ist der HoopXpress. Statt darauf zu warten, dass Kinder und Jugendliche zu einem Sportverein oder einer Halle kommen, bringt Social BallerZ den Basketball direkt in die Stadtteile.

Auf der Projektwebsite wird der HoopXpress als umgebauter Van mit höhenverstellbarem Basketballkorb, Soundsystem und Streetball-Ausstattung beschrieben. Damit fährt das Team gezielt in Quartiere und schafft kostenlose Angebote mit Basketball, Bewegung und Begegnung. Dazu gehören unter anderem Mini-Turniere, Skill-Trainings und inklusive Formate wie Rollstuhlbasketball.

Die Hürde zur Teilnahme soll dadurch so klein wie möglich werden.


Sport als Zugang zu Teilhabe


René und Björn sehen Basketball deshalb nicht als Selbstzweck. Für sie ist er ein niedrigschwelliger Zugang zu Gemeinschaft, Teilhabe, Inklusion und Integration.

Gerade in ihrer Heimatstadt Gelsenkirchen wollen sie damit Kinder und Jugendliche erreichen, denen solche Räume sonst möglicherweise fehlen.

Dazu passt auch ein weiteres Projekt von Social BallerZ: Mit „2ND SHOT – From the Bench to the Streets“ sammelt die Initiative gebrauchte Basketballschuhe, Bälle und Trikots und gibt sie an junge Menschen weiter, denen sonst der Zugang zum Sport fehlen könnte.

Entscheidend ist dabei immer derselbe Gedanke: Niemand soll ausgeschlossen sein, nur weil Voraussetzungen fehlen.


Der Traum von einer eigenen „Hood“


Für die Zukunft haben René und Björn eine klare Vorstellung. Sie wünschen sich einen eigenen festen Ort – eine Basketballhalle mit angeschlossenem Jugendzentrum.

Eine sichere „Hood“, wie sie selbst es nennen.

Einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche Sport treiben können, aber genauso einen Platz finden, an dem sie willkommen sind, lernen, sich ausprobieren und Gemeinschaft erleben können.

Auf der Website von Social BallerZ finden sich bereits weitere Ideen für solche Räume. Geplant sind unter anderem öffentlich zugängliche Streetball-Flächen sowie die Nutzung einer ehemaligen Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf als Basketball- und Begegnungsort.


„Es ist egal, wo sie herkommen. Aber nicht egal, wo sie hingehen.“


Dieser Satz von René und Björn bringt ihre Arbeit vielleicht am besten auf den Punkt.

Social BallerZ möchte Kindern und Jugendlichen nicht vorschreiben, welchen Weg sie gehen sollen. Aber ihnen zeigen, dass sie einen Weg haben. Dass sie dazugehören können. Dass andere an sie glauben – und dass Herkunft nicht darüber entscheiden muss, was aus ihnen wird.


Manchmal beginnt all das mit etwas ganz Einfachem:

Einem Ball. Einem Korb. Und jemandem, der sagt: Komm, spiel mit. Warum diese Heldenstory zählt


Kinder und Jugendliche brauchen Orte, an denen sie dazugehören können – unabhängig davon, woher sie kommen, was sie können oder welche Voraussetzungen sie mitbringen. René und Björn schaffen mit Social BallerZ genau solche Räume. Sie nutzen Basketball nicht nur als Sport, sondern als Türöffner für Gemeinschaft, Teilhabe, Inklusion und Integration.

Diese Geschichte zeigt: Heldentum beginnt manchmal mit einer ganz einfachen Einladung. Ein Kind steht am Rand, jemand sagt „Komm, spiel mit“ – und plötzlich wird aus Zuschauen Teilhaben und aus Einzelnen eine Gemeinschaft.


Wenn Du selbst ein Projekt hast, das Menschen hilft, oder jemanden kennst, der unbedingt sichtbar werden sollte: Schreib uns. Wir erzählen diese Geschichten.

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